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Band Nr. 12

Tomasz Lem: Zoff wegen der Gravitation. Oder: Mein Vater, Stanisław Lem

Inhalt

Stanisław Lem (1921–2006) war ein Phänomen: Polens berühmtester Zu­kunftsdenker und Visionär, zugleich wohl der meistübersetze polnische Autor ins Deutsche. Sein Werk begeistert nach wie vor Millionen. Doch wie entstanden seine Bücher? Wie lebte er und wie war es, Sohn dieses ein wenig verschrobenen Intellektuellen zu sein?

Tomasz, einziges Kind des Schriftstellers, hat sich seinem Vater nach des­sen Tod vorsichtig genähert: Mit Erinnerungen, Anekdoten und Überle­gungen zu einer komplexen Familienbeziehung. Es sind Aufzeichnungen voller Zuneigung und Distanz, die nicht nur einiges über den Schaffens­prozess und literarische Inspirationen von Stanisław Lem erklären, son­dern den genialisch-unnahbaren Denker auch in seinem Alltag zeigen und viele Einblicke in einen ganz persönlichen „Kosmos Lem“ gewähren. Vom begeisterten Automobilisten zum Liebhaber guter Torten, vom „gro­ßen Kind“ mit einem Faible für mechanisches Spielzeug zum verbissenen Autor großer Romane, verrückter Fabeln und Rezensionen nicht geschrie­bener Bücher – weit ist das Spektrum der Einblicke, die dieses Buch bietet. Gleichzeitig erzählt es von einigen Jahrzehnten polnischer Nachkriegsge­schichte: Vom vertriebenen Lemberger in Krakau, von den leeren Geschäf­ten, von der Emigration nach Berlin und Wien und von der Rückkehr ins hassgeliebte Heimatland.

                                                      Da das Lateinische so rasch erledigt war, konnten wir zum Deutschen über­gehen.

– Wir haben drei Artikel: Der, die und das, und einige Zeiten –, sagte Vater und krakelte seine berühmten, unleserlichen Hieroglyphen ins Heft. – Hier habe ich sie dir schon einmal aufgeschrieben. Die Verben setzt du ans Ende der Sätze, Substantive schreibst du groß. Und hier (…) hast du ein Wörter­buch. Das ist mein bestes, also verlier es nicht.

Tomasz Lem (geb. 1968) arbeitet als Übersetzer aus dem Englischen. Er lebt in Krakau und verwaltet den Nachlass seines Vaters.

Rezensionen

"Tomasz Lem hat ein freundlich-kritisches und humorvolles Buch über seinen berühmten Vater geschrieben. Interesse an Stanisław Lem vorausgesetzt, liest es sich an einem freien Abend ohne Pause."

Martin Sander in Deutschlandfunk Kultur, 23.9.2021